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Pädagogische Leitsätze

zu 1. 
Wir sehen die Individualität des Menschen im Vordergrund und geben Hilfe zur Selbstverwirklichung in sozialer Integration

Grundlage unserer Arbeit an der Sebastianus-Schule ist ein Menschenbild, nach dem jeder Mensch ein soziales Wesen mit individueller Würde, Originalität und Einzigartigkeit ist.
Für unsere Schülerinnen und Schüler bedeutet dies, dass sie nicht an ihrer Behinderung gemessen oder über diese definiert werden. Sie sind nicht Menschen, die etwas nicht können, sondern Menschen mit jeweils eigener Persönlichkeit, eigenen Fähigkeiten etc., die genau so, wie sie sind, von uns akzeptiert werden.

Unser fundamentales Ziel ist, dass sich unsere Schülerinnen und Schüler in dieser Welt glücklich und zu Hause fühlen! Deshalb wollen wir uns - trotz aller Unvollkommenheit und aller  Hindernisse des Alltags - immer wieder bewusst darum bemühen, den Unterricht und das gesamte Schulleben so zu gestalten, dass das Da-Sein, das So-Sein, die Lebensfreude, die Zufriedenheit, die Emotionen, die Selbstbestimmung und die freie Entfaltung der Persönlichkeit ermöglicht und gefördert wird. Somit ist unsere Schule ebenso Lebensraum wie ein Ort der Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten. Dies wird schon durch das Prinzip der Ganztagsschule unabdingbar.

Für diese Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit bietet die Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung besonders gute Voraussetzungen, weil für alle Schülerinnen und  Schüler  individuell unter Berücksichtigung des jeweiligen Lerntempos geplant und unterrichtet werden kann, gleich, ob sie nun eher an der Grenze zur Lernbehinderung angesiedelt oder den sogenannten „Schwerstbehinderten“ zuzurechnen sind. Dafür werden individuelle Förderpläne erstellt, die regelmäßig aktualisiert werden. Sie sind die Grundlage des pädagogischen Handelns an unserer Schulform.

Als besonders wichtig für die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit sehen wir den musischen Bereich an, dem wir an unserer Schule einen besonderen Raum geben. Dabei erachten wir den kreativen Prozess, also die ganze Hingabe an den gestalterischen Vorgang als entscheidend für individuellen Ausdruck und Entwicklung und nicht das Produkt im Hinblick auf von Außenstehenden wahrgenommene „Schönheit“ oder technisch perfekte Ausführung.

Wie bei jedem menschlichen Miteinander setzt die Gemeinschaft die Grenzen der individuellen Entfaltung. Die Förderung der Integration in die soziale Gemeinschaft
- bei manchen Schülerinnen und Schüler noch basaler angesiedelt: die allmähliche Hinführung an diese - ist neben der Entwicklung der individuellen Persönlichkeit die zweite, gleichrangige Hauptaufgabe unserer Arbeit an der Schule.

Der Anspruch, allen Schülerinnen und Schülern individuell gerecht zu werden, bedingt auch ein Eingehen auf die Lerneigenheiten geistigbehinderter Menschen und ihren besonderen Förderbedarf. Methodisch bedeutet dies, dass Lernen vor allem ganzheitlich über das Handeln und über mehrere Sinneskanäle erfolgen muss. Je mehr die Inhalte, die vermittelt werden sollen, in einen größeren Zusammenhang eingebettet sind, desto größer sind die Lernerfolge. Beispiel: Das Schreiben wird nicht isoliert geübt, sondern z.B. auch im Rahmen des Kochunterrichts (Rezepte, Einkaufszettel etc.) oder bei anderen fächerübergreifenden Unterrichtsvorhaben. Diese Art des Unterrichtes ergänzt sich mit den fachorientierten Lehrgängen: Religion, Sport, Musik, Lesen/Schreiben, Umgang mit Mengen/Zahlen/Größen, Arbeitslehre.


zu 2. 
Wir entwickeln und verwirklichen Schulkultur

Die Sebastianus-Schule verstehen wir als eine Lebenseinheit, die sich durch den Zusammenhang von Sprache wie Worte, Lieder, Bilder, Gesten sowie Lebensverständnis und Lebensweise wie Unterricht und Freizeit, Arbeit, Spiel und Feier auszeichnet. Sie versteht sich nicht nur als Ort systematischen Lernens, sondern auch als freier Lebensraum. In unserer Lebenseinheit verwirklichen wir unsere kulturstiftenden Bestrebungen.

Unsere Schulkultur wird geprägt von den elementaren Begabungen unserer Schülerinnen und Schüler sowie einer umfassenden ästhetischen Erziehung, die zusammenhangstiftenden Unterricht ermöglicht und wichtige Bildungsbereiche erschließt und durchdringt.

Wir vermögen Schulkultur vor allem in den Dingen wiederzuerkennen, die wir selbst gemacht haben. Gerade unsere Jungen und Mädchen sind im kreativen Bereich elementar und individuell begabt. Darum ist unsere Schulkultur von einer kreativ spielerischen Atmosphäre stark geprägt, die alle einlädt, sich selbst einzubringen und Schulkultur mitzugestalten.

Feste und Feiern sind unverzichtbare Bestandteile von Schulkultur.
Wir können von unseren Schülerinnen und Schülern lernen, mit ganzer Hingabe zu feiern: Wir feiern regelmäßig mit allen Klassen jahreszeitbezogene Feste, lassen unsere Geburtstagskinder hochleben und gestalten große Schulfeste, zu denen die Freunde und Förderer sowie die Nachbarschaft und die breite Öffentlichkeit eingeladen werden. Diese großen Feste und ihre Vorbereitung sind Teil des Unterrichts.

Regelmäßige monatliche Gottesdienste und ökumenische Hauptgottesdienste in der Weihnachts- und Osterzeit gestalten unsere Schülerinnen und Schüler unter Anleitung durch das Pastoralteam von Kaarst-Holzbüttgen und entsprechende Fachkolleginnen und -kollegen eindrucksvoll mit.
Die Mädchen und Jungen beten vor, führen biblische Rollenspiele auf, musizieren, tanzen und bringen Dinge, die sie selbst gefertigt haben, in den Gottesdienst mit ein. Auf diese Weise erleben alle Beteiligten eine lebendige, unkonventionelle Liturgie.

Die Wichtigkeit des musischen Fächerkanons Musik, Kunst, Sport kommt in entsprechender Stundenplangestaltung, vor allem aber auch in der Begeisterung der Schülerinnen und Schüler bei entsprechenden Aktionen zum Ausdruck. Deren musikalische und bildnerische Äußerungen sind absolut originell und voll elementarer Kraft, die entstandenen Artefakte sind einfach - schön. Die Bilder, Plastiken und Klänge gleichen den Erzeugnissen der Moderne. Sie erweitern die Seh-, Hör - und Denkgewohnheiten der Menschen und sind darum in der Öffentlichkeit sehr begehrt. So haben unsere Schülerinnen und Schüler der Öffentlichkeit Theater - und Musikaufführungen sowie bildnerische Objekte auf kleineren und größeren Ausstellungen  in Hotels, Sparkassen, auf Weihnachtsbasaren und im Rathaus der Gemeinde präsentiert.

Unsere Schülerinnen und Schüler besuchen Theateraufführungen in den umliegenden Gemeinden der Schule, ebenso freizeitorientierte Veranstaltungen wie Kinofilme, Jugendgruppen, Kreativkurse. Auch auf den Schulfahrten im In- und Ausland werden sie zu einem differenzierten Freizeitverhalten angeregt.


zu 3. 
Wir sind offen in Begegnung

Bezogen auf den von uns vertretenen Bildungsauftrag an unserer Schule bedeutet Begegnung die Ermöglichung von Interaktionen und kommunikativen Beziehungen im Rahmen von Unterricht und Schulleben. Diese sollen dem Schüler ermöglichen, seine Persönlichkeit zu entfalten, soziale Erfahrungen zu sammeln, ein Selbstwertgefühl aufzubauen und Identität zu gewinnen.

Das Miteinander, die Begegnung zwischen Lehrer - Schüler, Schüler - Schüler, Lehrer - Lehrer sowie allen an der Schule Beschäftigten ist ein wesentliches pädagogisches Prinzip an unserer Schule. Der offene und ehrliche Umgang miteinander bildet die Basis für „echte“ zwischenmenschliche Begegnung.

Innerhalb der Klassen werden i.d.R. altersgleiche Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen gemeinsam, aber auch entsprechend individueller Förderpläne innerhalb ihrer Klassen zeitweise allein bzw. in Kleingruppen gefördert. In dieser konstanten Kleingruppe „Klasse“ wird das soziale Miteinander geübt und gelebt. Darauf aufbauend finden vielseitige Begegnungen, Kontakte innerhalb der Schule durch klassenübergreifenden Unterricht,  AGs sowie Feste und Feiern statt.

Ganz wesentlich ist die Bereitschaft aller, das Schulleben nach außen zu öffnen.

Die Sebastianus-Schule realisiert Lernsituationen auch außerhalb des Schulgebäudes. Begegnung dort bedeutet immer neben einem Lerngewinn an Kenntnissen auch eine Erweiterung der Erfahrungen  in Richtung sozialer Integration.
Wir sind offen in Begegnung, indem wir einerseits mit unseren Schülern „rausgehen“ z.B. regelmäßige Unterrichtsgänge, Sportfeste, kulturelle Veranstaltungen, Besichtigungen und Klassenfahrten, gleichzeitig aber auch Einblick und „Integration“ Außenstehender in unser Schulleben ermöglichen.

Partner in Begegnung und Kooperation sind u.a.:
  • die Eltern
  • der Förderverein
  • Praktikanten
  • Zivildienstleistende
  • andere Schulen z. B. Grundschulen, Gymnasien, Förderschulen
  • Partnerschulen
  • Kindergärten
  • die Kirchen
  • der schulpsychologische Dienst
  • die Werkstätten für Behinderte
  • verschiedene Wohnstätten
  • die freie Wirtschaft, auch im Sinne von Sponsoring
  • Vereine, z.B. die Schützen
  • die Polizei, vor allem im Rahmen der Verkehrserziehung
  • die Feuerwehr
  • die Therapeuten der Krankengymnastik, der Sprachheilerziehung, der Autismus- und Ergotherapie


zu 4. 
Wir sind offen für Neues

In unserer Schule verfolgen wir aufmerksam Neuerungen im Bereich der Pädagogik. Ziel ist hierbei eine Optimierung unseres bestehenden Systems. Wir wollen also neue Ideen, Methoden und/oder Techniken prüfen und anwenden, damit wir bisher nicht praktizierte Möglichkeiten für unsere Schüler realisieren können.

In jüngster Zeit entstehen große Herausforderungen durch die neuen Informations- und Kommunikationstechniken im Bereich des Lernens bzw. der Bildung. Auch unsere Schülerinnen und Schüler werden an die neuen Technologien herangeführt.

Ziel ist, unsere Schülerinnen und Schüler an der neuen Kulturtechnik, dem Umgang mit dem Computer, teilhaben zu lassen.

Ein gelungenes Beispiel für die Durchsetzung von Neuerungen im Bereich der Pädagogik sind unsere Schulfahrten in das entfernte Ausland und  die Kontakte zu einer Partner-Schule in Venlo/NL.

Wir, die Lehrer und Lehrerinnen sind offen für Neues. Die Verwirklichung von Neuem setzt Fort- und Weiterbildung voraus. Dies geschieht über schulinterne und individuelle Fort- und Weiterbildung z.B. im Bereich der Kommunikationsförderung, der Autismusforschung und der neuen Technologien.  Neue Impulse kommen auch durch die Ausbildung von Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern, die das Seminar für Lehrerausbildung in Düsseldorf besuchen.